Energieeffizienz ist eine der vier Säulen der Energiepolitik des Bundesrates. Die Steigerung der Energieeffizienz führt aber auch zu mehr Stromverbrauch: Zugunsten des Klimaschutzes und zur Steigerung der Energieeffizienz werden nämlich fossile Energieträger künftig durch Strom ersetzt (zweite Elektrifizierungswelle). Energieeffizienz ist deshalb kein Mittel gegen die Stromknappheit. Im Gegenteil, die Energieversorgung der Zukunft wird deutlich von höherem Stromverbrauch bei deutlich reduziertem Anteil an fossilen Energien und gleichzeitig drastisch reduziertem CO2-Ausstoss geprägt sein.
Energieeffizienz bezeichnet das Verhältnis von nutzbarer Energie und dem dafür erforderlichen Primärenergieeinsatz. Man unterscheidet in:
a) Technisches Potenzial
Die Energieeffizienz ist heute in vielen Bereichen des täglichen Lebens geringer als es technisch möglich wäre. Insbesondere Gebäude und Elektrogeräte weisen häufig eine schlechte Energieeffizienz auf. Die Steigerung der Energieeffizienz hat rein technisch betrachtet das Potenzial, den Anstieg des Energieverbrauchs in Zukunft deutlich zu verringern.
b) Wirtschaftliches Potenzial
Das wirtschaftliche Potenzial der Energieeffizienz ist allerdings deutlich geringer als das technische Potenzial. Der Grund dafür ist, dass zur Steigerung der Energieeffizienz Investitionen getätigt werden müssten, die sich häufig nicht signifikant, nur indirekt oder nur sehr langfristig positiv auswirken.
Die Schweizer Wirtschaft verfügt über ein hohes Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz. Im Vordergrund stehen die Bereiche Heizung, Warmwasser, Bauen und Sanieren, Beleuchtung und der Betrieb von Geräten. Wie das Potenzial ausgeschöpft werden kann, ist letztlich eine Frage der Wirtschaftlichkeit und der politischen Rahmenbedingungen.
Heute steuern die fossilen Treib- und Brennnstoffe (Heizöl, Benzin, Erdgas) zwei Drittel zum Gesamtenergiebedarf der Schweiz bei. Im Bereich der Raumheizung würde ein verstärkter Einsatz der Wärmepumpe zu CO2-Reduktionen führen. Um weniger von fossilen Energieträgern abhängig zu sein, sollte der Einsatz von definitionsgemäss effizienten Elektromobilen und Wärmepumpen gefördert werden. Solche Massnahmen helfen, Umwelt und Volkswirtschaft zu entlasten.
swisselectric befürwortet das Ziel, die Energieeffizienz in der Schweiz zu steigern. Massnahmen zur Erreichung dieses Ziels sollten jedoch unter Wahrung der Grundsätze der Kosteneffizienz und der Selbstverantwortung getroffen werden. Staatliche Eingriffe (wie Gebäude- und Gerätestandards) sollten nur in Abstimmung mit der Wirtschaft und dem Ausland vorgenommen werden. swisselectric unterstützt regulatorische Vorhaben, welche auf marktwirtschaftlichen Prinzipien und Instrumenten beruhen (z.B. steuerliche Anreize für Gebäudesanierungen). Offene Energiemärkte, in denen der Bürger über Energiebezug und -verwendung selber bestimmen kann, bieten die beste Gewähr dafür, dass sinnvolle Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz getätigt werden.
