Für die Standortqualität der Schweiz ist das Angebot der Infrastrukturen von zentraler Bedeutung. Unsere Volkswirtschaft sollte im internationalen Standortwettbewerb ihre bisherigen Trümpfe der gut ausgebauten und qualitativ hoch stehenden Infrastrukturen wahren und stärken. Dazu gehören insbesondere auch eine sichere, umweltschonende und preisgünstige Stromversorgung, die rechtzeitig dem steigenden Bedarf angepasst wird. Es ist deshalb wichtig, dass Bund und Kantone hierfür die geeigneten Rahmenbedingungen schaffen. Strom ist für die gesamte Schweizer Wirtschaft ein Schlüsselfaktor. Nur wenn die Strominfrastrukturen auf allen Stufen einwandfrei funktionieren und zusammenspielen, kann die Versorgungssicherheit gewährleistet werden.
Der wachsende Elektrizitätsbedarf von Bevölkerung und Wirtschaft bildet die Grundlage für den Ausbau der Elektrizitätsinfrastrukturen. Die Wirtschaft ist darauf angewiesen, dass die Stromversorgung auch bei wachsendem Bedarf weiterhin unterbruchsfrei und kostengünstig gesichert werden kann. Dies setzt seitens des Bundes und der Kantone Rechtssicherheit und unterstützende (und nicht verhindernde) Rahmenbedingungen mit raschen Verwaltungs- und Gerichtsverfahren voraus.
Die Strominfrastrukturen sind äusserst kapitalintensiv und haben eine überdurchschnittliche Produktivität (Wertschöpfung pro Arbeitsplatz). Die Investitionen in Infrastrukturen lösen – vor allem auch bei anderen Wirtschaftszweigen – einen bedeutenden multiplikatorischen Effekt aus. Strom und Gas sind bezüglich direkter und indirekter Beschäftigung und Wertschöpfung gleich bedeutend wie Schiene und Strasse. Die Strominfrastrukturen sind die Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes.
Das Übertragungsnetz ist in einem guten Zustand. Dass Leitungen länger als die geplante Nutzungsdauer in Betrieb sind, ist der sehr guten Instandhaltung zuzuschreiben. Der dringend nötige Netzausbau ist primär die Folge der politisch gewollten Marktöffnung und des freien Handels.
Die Netzkapazitätsengpässe im Inland müssen vordringlich behoben werden. Dementsprechend ist der Umsetzung des Sachplans Übertragungsleitungen grosses Gewicht beizumessen und ein Massnahmenplan festzulegen. Zur Gewährleistung einer landesweiten Stromversorgung sind zwingend auch die Mittel- und Niederspannungsnetze in die Erneuerung und den Ausbau der Strominfrastrukturen einzubeziehen. Dies gilt namentlich auch für die Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz und den Aufbau intelligenter Netzsysteme (smart grids). Deren Aufbau setzt allerdings voraus, dass die Kosten für den Netzumbau und die Erstellung neuer Netzführungssysteme sowie die Installation elektronischer Zähler (Smart Meter) auf die Netznutzungsentgelte dazugeschlagen werden können.
Der Strombereich ist besonders gekennzeichnet durch europaweite Ausbreitung von allfälligen Störungen und durch die nicht nennenswerte Speicherfähigkeit der Energie. Im Bereich der Stromnetze zeichnen sich, bedingt durch die intensive internationale Handelstätigkeit, teilweise kritische Belastungen ab. Der Grund dieser Engpässe ist nicht nur durch den Stromhandel bedingt, sondern auch durch die Tatsache, dass die Schweiz im Winter einen Unterbedarf aufweist und somit Strom importieren muss, was zu einem Preisdifferenzial an den Grenzen führt. Eine rasche Behebung der Engpässe und eine zeitgemässe Netzarchitektur sind deshalb unerlässlich. Zentral ist, dass der Ausbau der Schweizer Netze zielgerichtet und in Koordination mit der EU vorangetrieben wird.
